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No More Second Chances – Hat Leony den Song geklaut?

Letztens habe ich im Radio Leonys neues Lied “No More Second Chances” gehört und als der Refrain anfing, konnte ich meinen Ohren kaum trauen. Tatsächlich hat Leony den Refrain komplett aus einem anderen Stück übernommen, und zwar aus einem klassischen Werk.

 

Schon in Leonys erstem Hit „Faded Love“ ist eine Melodie zu hören, die aus einem anderen Lied übernommen wurde. Die Melodie des Refrains stammt nämlich aus dem 2003 erschienenem Hit „Dragostea Din Tei“ von O-Zone. Besser bekannt ist das Stück vielleicht unter dem informellen Titel „Maya hi, Maya ho“. Diese Coverversion ist allerdings nicht so überraschend. Häufig entscheiden sich aufkommende Stars dazu, zunächst Stücke zu covern.

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Warum covern aufkommende Stars häufig Lieder?

Der Vorteil hierbei ist, dass die Melodie so gut wie jedem bekannt ist und man bereits weiß, dass sie funktioniert und die Leute sie mögen. Das verringert das Risiko, dass ein Stück nicht gut ankommt. Außerdem hat man dann das Stück häufig schon nach dem ersten Hören im Ohr. Gerade auch bei neuen Sängerinnen und Sängern kann man so besser beurteilen, ob die Stimme gemocht wird, weil man weiß, dass es nicht am gesungenen Lied liegen kann, falls die Aufnahme nicht gut ankommt.

Was ist an “No More Second Chances” besonders?

An Leonys neuer Single „No More Second Chance” ist jedoch überraschend, dass es kein Popsong ist, an dem sie sich melodisch bedient, sondern ein klassisches Werk. Klassische Werke werden relativ häufig in der Filmmusik verwendet. So hört man zum Beispiel immer wieder „Die Höhle des Berglöwen“ von Edvard Grieg, „Tanz der Zuckerfee“ von Tschaikowsky oder den „Türkischen Marsch“ von Mozart. Im Radio kommen solche Referenzen jedoch eher selten vor. Gerade in den letzten Jahren wurden Stücke meist so komponiert, dass sie mehr durch den klanglichen und rhythmischen Ausdruck, als durch große melodische Linien auffielen. „Bad Guy“ von Billie Eilish ist hierfür ein gutes Beispiel. Der Gesang dreht sich im Wesentlichen um drei Töne. Darüber hinaus wurde das klassische Werk, das als Vorlage diente, für das Klavier und nicht für Gesang komponiert. Typischerweise haben Instrumentalwerke einen höheren Tonumfang als Gesangsmelodien. Um so überraschender ist es, dass sich Leony dafür entschieden hat, dieses klassische Stück neu zu interpretieren.

Von welchem Stück ist der Refrain geklaut?

Das Stück, an dem sich Leony bedient, stammt von niemand geringerem als Ludwig van Beethoven. Sie nutzt eine der bekanntesten Melodien von ihm, nämlich die von „Für Elise“. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Noten der beiden Stücke. Das liegt daran, dass Leony eine andere Tonart als Beethoven verwendet. Diese Entscheidung hat sie vermutlich getroffen, da es so besser zu ihrer Stimmlage passt. Außerdem fällt auf, dass „Für Elise“ im 3/8-Takt geschrieben ist. „No More Second Chance“ steht jedoch wie fast jeder Popsong in einem 4/4-Takt. Dies hat zur Folge, dass im vierten Takt des Refrains ein 2/4-Takt eingeschoben wird. Auch das ist eigentlich untypisch für Popmusik. In diesem Fall funktioniert es aber überraschend gut.

No more second chances - Leony - Notation Für Elise von Ludwig van Beethoven
No more second chances - Leony - Notation Refrain No more second chances

Wenn man „No More Second Chances“ nun in die gleiche Tonart wie “Für Elise“ setzt, merkt man, dass es (bis auf den angepassten Rhythmus und kleine melodische Vereinfachungen) die gleiche Melodie ist. Auch die Gitarre nach den Refrains wiederholt diese Melodie.

No more second chances - Leony - Notation Refrain No more second chances in der Tonart von Für Elise von Ludwig van Beethoven
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Fazit

Es ist durchaus interessant, dass sich Leony für ein klassisches Stück als Grundlage für den Refrain ihres neuen Hits entschieden hat. Da sie allerdings komplett andere Klänge, Gegenstimmen, eine eigene Strophe und einen eigenen Text verwendet, kann man schon von einem neuen, eigenständigen Werk sprechen. Somit ist das Stück nicht komplett von Beethoven geklaut. Die Melodie des Refrains ist aber, bis auf die Anpassungen im Rhythmus und die kleinen melodischen Vereinfachungen, komplett übernommen und da ist es sehr interessant, wie gut eine solch alte Melodie auch in den heutigen Charts funktioniert.

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